Ratgeber - Technik

1

Materialien

Eine kleine Materialienkunde

 

HPL-Platten
HPL ist die Abkürzung für "High Pressure Laminate", das deutsche Fachwort ist "Dekorative Schichtpreßstoffplatte". HPL-Platten bestehen aus mehreren übereinander geschichteten und mit härtbarem Kunstharz (Melamin) getränkten Zellulosebahnen. Darüber kommt eine gefärbte oder bedruckte Dekorschicht und meist noch eine transparente Schutzschicht. Diese besonders harten und porenlosen 0,8 bis 1,6 mm dicken HPL-Platten werden auf hochwertige Spanplatten "verleimt" und zu Küchenfronten oder Arbeitsplatten weiterverarbeitet. Mit Hilfe des "Postforming-Verfahrens" können diese Platten nahtlos um Rundungen und Kanten gezogen werden. So bekommt man nicht nur eine formschöne, gerundete Kante, sondern die Platte bietet auch keine Angriffspunkte mehr für Feuchtigkeit. Vor allem bei Arbeitsplatten ein wichtiges Argument! CPL-Platten werden nach dem gleichen Prinzip, jedoch in einem anderen technischen Verfahren hergestellt.

 

Spanplatten
Spanplatten sind heute praktisch die Basis für alle Möbel, auch für Küchenschränke (Ausnahme: Massivholzküchen). Die Hersteller verwenden nur noch Mehrschicht-Platten, bei denen die zerkleinerten Holzspäne von "grob" (innen), bis "ganz fein" (außen) für einen besonders stabilen "Unterbau" sorgen. Im Möbelbau sind heute nur noch Spanplatten der Emissionsklasse 1 zugelassen, die eine Formaldehyd-Emission von unter 0,1 ppm (parts per million, das entspricht 1 Gramm auf 10 000 Kilogramm) aufweisen. Zusätzlich sind bei hochwertigen Küchenmöbeln alle Kanten rund-herum zum Schutz gegen eventuell auftretende Feuchtigkeit in der Küche dicht versiegelt, so daß hiervon ohnehin keine Gesundheitsgefährdung ausgehen kann.Bei beschichteten Spanplatten werden eine oder mehrere mit Melaminharz getränkte Zellulosebahnen jeweils auf beide Seiten einer Holzspanplatte aufkaschiert. Die Eigenschaften, Musterungs- und Einsatzmöglichkeiten entsprechen denen der dekorativen HPL-Platten (HPL).

 

M.D.F.-Platten
Ein neuer Werkstoff mit vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten und hoher Stabilität sind M.D.F.-Platten (= Mitteldichte Faser-Platten). Diese Platten bestehen aus feinsten Holzfasern, die unter Zusatz eines Bindemittels zur Platte geformt und unter Druck und Hitze verpreßt werden. M.D.F.-Platten werden - alternativ z.B. zu Massivholz - für profilierte Kanten und Flächen eingesetzt.

 

Lackoberflächen
Der meistverwendete Lack für Küchenfronten ist PUR-Lack (Polyurethan-Lack). Seltener wird Polyesterlack (PES-Lack) verwendet. Als Trägermaterial kommen Massivholz, Span- oder M.D.F.-Platten zum Einsatz. Die Lackiererei muß absolut staubfrei arbeiten und ist deshalb heute meist in "Reinzellen" untergebracht. Durch die Lackierung wird die Küchenfront nicht nur besonders strapazierfähig, sondern rundherum auch absolut dicht versiegelt. PUR- und PES-Lacke sind widerstandsfähig gegen Chemikalien und Wasser, haben gute Abriebeigenschaften. Die Oberflächenhärte und Kratzfestigkeit entspricht der von Autolacken. Optisch besonders schön wirken bei Lackfronten die absolut fugenlosen Übergänge, Kanten und Rundungen.

 

Holzfronten
Nach DIN-Norm ist genau festgelegt, wie Holzfronten in der Küche bezeichnet werden dürfen. "Massiv" heißt: Die Küchenfront, also die Türen (nicht der Korpus), sind durchgehend aus der bezeichneten Holzart (z.B. "massiv Eiche"). Erlaubt ist auch: "Massivholz" oder "Vollholz". "Echt-Holz" kann auch "Furnier" bedeuten. "Furniert" heißt: ca. 1 mm dünn geschnittene Furnierhölzer werden auf hochwertige Span- oder M.D.F.-Platten geleimt und dann weiterbehandelt. Damit die Oberfläche den vielfältigen Anforderungen des Küchenalltags gerecht wird, werden Küchentüren aus Massivholz oder Furnier mit einer schützenden Lackschicht (PUR) überzogen. Durch vielfältige Veredelungsverfahren, wie Lasieren, Beizen, Bürsten, Kälken oder Patinieren, werden die Holzoberflächen veredelt und auch dem aktuellen Farbtrend angepasst.

 

Spezialkunststoff
Durchgefärbte Spezial- oder Verbundkunststoffe werden vorwiegend für Arbeitsplatten und Spülen eingesetzt. Sie bestehen zu einem größeren Teil (bis zu rund einem Drittel) aus Naturmaterial - zum Beispiel einem alabasterähnlichen Werkstoff. Er wird fein gemahlen und dann beispielsweise mit Acryl gehärtet. Diese Spezialkunststoffe werden beliebig geformt, gefräst und gesägt, Spülbecken, Schwallränder usw. werden fugenlos eingearbeitet. Das Material ist praktisch unverwüstlich und dabei ausgesprochen pflegeleicht.

 

Edelstahl
Dekorativ und robust, unempfindlich gegen Chemikalien und leicht zu pflegen - rostfreier Edelstahl (Chromnickelstahl) ist ein perfektes Küchenmaterial, das auch in der Profiküche Verwendung findet.

 

Stein
Natursteine, wie Marmor oder Granit, spielen heute als Arbeitsplatte - und gegebenenfalls auch als Nischenrückwand und Bodenbelag - eine zunehmend wichtige Rolle. Natursteine sind gleichermaßen kratzfest und hitzebeständig sowie unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Granit ist das härteste Gestein und deshalb für Arbeitsplatten am besten geeignet. Außerdem ist es - im Gegensatz zu Mamor und Travertin - unempfindlich gegen Säure, z.B. Essig, Alkohol oder Kohlensäure.

2

Qualität

Ein Blick hinter die Kulissen

Böden und Führungen von Schubkästen und Auszügen müssen große Lasten tragen und bewegen können.

Serienmäßig mit Dämpfung in unseren Küchen und einer Tragfähigkeit bis 130 kg pro Schubfach.

Standard: das Clipscharnier. Schranktüren können damit ohne Werkzeug und Justierung an- und abmontiert werden.

Serienmäßig mit Dämpfung in unseren Küchen.

Funktionalität als Qualitätsmerkmal: verstellbare Halterungen fixieren Flaschen oder Töpfe im Auszug.

Bei der Auswahl einer Küche weiß man zwar schnell, was einem gefällt - aber woran erkennt man die richtige Qualität? Küchenmöbel und Geräte müssen schließlich nicht nur schön sein, sondern sich tagtäglich bewähren. Und dabei sind sie stets hohen Belastungen ausgesetzt. Verschiedene Prüfzeichen und Zertifikate geben hier erste verläßliche Anhaltspunkte. Zum Beispiel das RAL-Testat. Es bescheinigt den Mitgliedern der Gütegemeinschaft Möbel e.V. (Nürnberg) umfangreiche Qualitätstests in einem neutralen Prüfinstitut. Das GS-Zeichen (GS steht für "Geprüfte Sicherheit") vergibt der TÜV nach umfangreichen Sicherheitsprüfungen. Bei allen Markenküchenherstellern müssen Türen und Auszüge - also die extrem belasteten Teile - umfangreichen Belastungstests standhalten.Damit kann man sicher sein: Die hochwertigen Schubkästen und Auszüge bewegen sich auch noch nach Jahren spielend leicht - selbst mit voller Beladung (50 kg nach DIN-Norm). Sie verkanten nicht und hängen nicht durch. Dafür sorgen die hochstabilen Führungen und Laufwagen auf Rollen oder Kugeln, die übrigens verdeckt angebracht sind und daher nicht verschmutzen können.Die Schranktüren werden in den Belastungstests der Hersteller 100.000mal bewegt. Das entspricht etwa 14mal "Öffnen und Schließen" pro Tag, 20 Jahre lang! Die meisten großen Markenküchenhersteller sind außerdem in der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) e.V. zusammengeschlossen.

  • Viele Qualitätsmerkmale sind bei einem kritischen "Check" im Küchenstudio leicht erkennbar: Haben die Auszüge beispielsweise eine Einziehautomatik? Sie hält die Schublade immer geschlossen und sorgt außerdem dafür, daß sie auf den letzten Zentimetern selbsttätig schließt.

  • Natürlich bleibt ein Qualitäts-Auszug auch in jeder gewünschten "Offen-Position" stehen.

  • Sogar bei Karussell-Unterschränken gibt es heute einen Selbstschließmechanismus - ein weiteres Kriterium für eine hochwertige und komfortable Küchenausstattung.

  • Selbsttätig und vor allem leise sollen auch die Türen der Küchenschränke schließen - ebenfalls ein Punkt, den man in der Küchenausstellung selbst ausprobieren kann.

Auf Kugeln, also nahezu reibungslos gelagert, wird hier der Auszug geführt. 

Statt Kugeln werden heute auch Rollen eingesetzt. Sie gewährleisten selbst unter Belastungen extrem leichten Lauf und hohe Stabilität.

Der Vollauszug macht die ohnehin schon hervorragend perfektionierten Schubkästen und Auszüge noch besser einsehbar und zugänglich. Nur beim Vollauszug ist 100%iger Einblick möglich, und man erreicht bequem selbst die hintersten Schrankbereiche. Die neue, anspruchsvolle Technik bewährt sich ganz besonders bei Besteckschubladen und bei Auszügen für häufig benötigte, große Gegenstände, etwa Töpfe und Pfannen.


Mittlerweile Standard: Dämpfungssysteme für Schubkästen und Auszüge

Vergrößerte Öffnungswinkel der Küchentüren über 90° hinaus sorgen für mehr Bewegungsfreiheit in der Küche. Selbst ein gelegentliches "Überdrücken" nehmen die robusten Beschläge nicht übel. Damit sind sie nicht nur praktisch, sondern auch ein Kennzeichen für eine komfortable, belastbare und qualitätsvolle Ausstattung der Einbauküche.