Ratgeber - Sicherheit

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Ergonomie

Den Rücken stärken

 

Moderne Küchenplanung bezieht ganz wesentlich auch die Ergonomie ein: wissenschaftliche Erkenntnisse über die optimale Anpassung von Technik, Arbeitsgeräten und (Einrichtungs-) Gegenständen an menschliche Bewegungsabläufe und individuelle Bedürfnisse. So können rückenschonende Arbeitsbedingungen, Bedienkomfort, Bequemlichkeit und Sicherheit gleich von Anfang an "mit eingebaut" werden. Die Höhe der Arbeitsflächen spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle. Dies belegt eine wissenschaftliche Ergonomiestudie, die die Technische Hochschule Darmstadt im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) e.V., Mannheim, durchgeführt hat. Denn - so eines der Forschungsergebnisse - bereits eine länger andauernde Rückenbeugung von mehr als 20° (aus der Senkrechten nach vorn) führt zu einseitiger Bandscheibenbelastung und damit auf Dauer zu Rückenbeschwerden. Deshalb sollte die Arbeitshöhe in der Küche unbedingt der individuellen Körpergröße der Benutzer angepasst werden. Berechnungsgrundlage ist dabei die Größe der "Hauptarbeitsperson". Anhand der links abgedruckten Tabelle lassen sich die empfohlenen Arbeitshöhen - von 70 bis 95 cm - für die jeweilige Größe leicht ablesen. Der Küchenhandel hält außerdem eine Ergonomie-Planungsscheibe bereit, mit der man sogar die beste Arbeitshöhe für zwei unterschiedlich große "Arbeitspersonen" ermitteln kann.

Ein Computermodel der TH Darmstadt zeigt, wie schwierig Einblick und Zugriff bei Unterschränken mit Fachböden sind - und das auch noch bei unbequemer Körperhaltung!

Die Ergonomiewissenschaftler empfehlen Auszugschränke für die Küche: Sie bieten den besseren Ein- und Überblick und alle gelagerten Gegenstände sind bequem erreichbar.

  • Ergonomiewissenschaftler empfehlen einen häufigen Wechsel der Arbeitshaltung. Ein Sitzarbeitsplatz sollte deshalb nicht fehlen! 

  • Ein Kochfeld mit nebeneinander oder trapezförmig angeordneten Kochzonen ist besonders sicher und komfortabel: Hier sind alle Töpfe gleichermaßen gut erreichbar. 

  • Schwere Gegenstände in Hochschränken immer unterhalb der Höhe des Schultergelenks lagern. Beim Herausheben ist sonst die Rückenbelastung zu groß. 

  • Eine sicher stehende Trittleiter - z. B. im Sockel integriert - sollte von vornherein eingeplant werden.

  • Häufig genutzte Gegenstände in bequem zugänglicher Höhe bereithalten. Die stehend gut erreichbaren Fachhöhen im Hochschrank liegen rund 15 cm, im Oberschrank rund 5 cm über der Körpergröße. zum Kochen, Spülen, Vorbereiten oder Essen.

Besonders rückenfreundlich: höhenverstellbares Spülzentrum und höhenverstellbarer Sitz- und Steh-Vorbereitungsplatz. Die Höhenanpassung funktioniert elektrisch.

In Sicht- und Greifhöhe eingebaute Backöfen und Mikrowellengeräte schonen den Rücken, bieten besseren Einblick und erlauben sicheres und schnelleres Arbeiten.

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Kindersicherheit

Kein Kinderspiel

 

Ein Viertel aller Unfälle in der Küche sind Verbrennungen und Verbrühungen. Kinder sind hier leider besonders gefährdet. Auch die Zahl von Vergiftungen bei Kindern durch Haushaltsreiniger hat erheblich zugenommen. Zudem sind viele Küchen heute zum Wohnraum hin offen. Da ist es schwer, die Kleinen "auszusperren", um sie von riskanten Erkundungen abzuhalten. Der Einbau von Kindersicherungen aus dem Angebot der Küchen- und Gerätehersteller kann jedoch helfen, viele Gefahrenbereiche zu entschärfen. Am Kochfeld verhindern zum Beispiel eine herunterklappbare Reling oder ein Schutzgitter, daß Töpfe mit heißem Inhalt heruntergezogen werden. Eine solche Sperre läßt sich auch nachträglich einbauen. Eine Verlegung der Schalterblende auf die Arbeitsplatte oder in den Oberschrank verhindert, daß kleine Hände unkontrolliert Kochzonen oder Backofen einschalten. Alle Reinigungs- und Pflegemittel, die gesamte mehr oder weniger giftige Haushaltschemie gehören hinter verschlossene Türen. Verschließbare Putzmittelauszüge oder Schlösser an Schranktüren lassen sich übrigens auch nachträglich anbringen.

Grundsätzlich sollte man mit heruntergeklappter Kindersicherung kochen, denn nur so sind heiße Töpfe und Pfannen sicher außer Reichweite. Nach dem Gebrauch wird die Schutzreling hochgeklappt, und das Kochfeld kann wieder als Ablagefläche genutzt werden.

Die Schalter sind hier neben dem Kochfeld auf der Arbeitsplatte angeordnet. So sind sie für Erwachsene gut, für Kinder jedoch nur schwer erreichbar. Aus den gleichen Gründen kann eine separate Schalterblende auch im Oberschrank oder in der Nische installiert werden.

  • Sinnvoll: ein im Hochschrank eingebauter Backofen. Er ist für kleine Kinder nur schwer erreichbar. 

  • Rotglühende Kochzonen beim Glaskeramik-Kochfeld signalisieren Hitze. Kinder sollten aber auch auf die Restwärmeanzeige hingewiesen werden. 

  • Die Topferkennung sorgt bei modernen Kochfeldern dafür, daß die Kochzone nur eingeschaltet ist, wenn ein Topf darauf steht. 

  • Scharfe Messer außer Reichweite unterbringen. Zum Beispiel im Nischenschrank oder in einer gesicherten Schublade. 

  • Eine Thermostatarmatur mit niedriger Einstell-Temperatur an der Spüle schützt vor Verbrühungen.

  • Elektrisch angeschlossene Kleingeräte, wie Toaster oder Kaffeemaschine, sind am besten in einem verschlossenen Schrank zu deponieren. Optimal: in der Nische hinter einem Rolladen.

Der Inhalt von Küchenschubladen übt eine große Faszination auf Kinder aus. In einem Haushalt mit kleinen Kindern sollten deshalb alle Auszüge mit kritischem Inhalt (Messer, andere gefährliche Werkzeuge) gegen unbefugtes Herausziehen gesichert sein. Die seitliche Sperre funktioniert selbsttätig, sie rastet beim Schließen der Schublade automatisch ein. So kann die Sicherung gar nicht erst vergessen werden, und mit einem Fingerdruck läßt sie sich leicht wieder lösen.

60.000 ärztlich versorgte Vergiftungen von Kindern pro Jahr sind ein Alarmzeichen für zu sorglosen Umgang mit Haushaltschemikalien. Den nötigen Schutz bietet ein abschließbarer Putzmittelkorb unter der Spüle. Oder aber eine abschließbare Schranktür am Spülenunterschrank.

Serienmäßig in allen von uns angebotenen BAUKNECHT-Herden besteht die Türfront aus 3 Scheiben. Dadurch ist die Aufheizung nach außen und damit die verbundene Verbrennungsgefahr bei Betrieb des jeweiligen Herdes auf ein Minimum reduziert.

 

Nach wie vor ein großes Thema und nicht mehr Wegzudenken aus der modernen Küche sind Cerankochfelder mit Sensorsteuerung, die durch bloße Berührung mit dem Finger auf der Glasoberfläche erst reagieren. Eine serienmäßige, elektronische Kindersicherung sorgt dafür, daß die Kochzonen entweder sich im eingeschaltenen Zustand nicht umstellen lassen, oder erst gar nicht versehentlich eingeschaltet werden können.

 

Nahezu perfekt kocht man mit Induktions-Kochfeldern. Die Wärme wird dabei über ein Magnetfeld direkt im Kochtopf erzeugt. Die Glasoberfläche des Ceranfeldes erwärmt sich lediglich durch die Eigenwärme des Topfbodens. Ein Induktions-Kochfeld reagiert auch nur auf metallisches Kochgeschirr. Nimmt man den Topf oder die Bratpfanne hoch, schaltet sich sofort die Kochzone ab. Legen Sie eine Hand auf eine Kochzone und schalten das Kochfeld an, passiert nichts! Ein weiterer Vorteil der Induktion ist die extrem schnelle Hitzeentfaltung.